Demokratieverständnis?

Eine Auseinandersetzung mit der politischen Realität.

Als Publizist dieses Blogs fühle ich mich verpflichtet Ihnen mein Verständnis von Demokratie zu erläutern. Dies ist als Ansatz eines, von mir gewünschten, Diskurses zu verstehen. Ein Diskurs bezüglich Ihres und meines Demokratieverständnisses, im Angesicht der politischen und gesellschaftlichen Verwerfungen, die wir nun täglich erleben.

Dazu:
Kategorisierung von Demokratietheorien: „Empirisch“ vs. „Normativ“
Empirische Theorien wollen zeigen, was Demokratie ist, normative Theorien, was Demokratie sein soll. Mit einer solchen Unterscheidung werden meist noch weitere Zuschreibungen verbunden.
Empirische Demokratietheorien haben danach meist einen schwachen Demokratiebegriff, treten für das Prinzip der Repräsentation und eher geringe Beteiligung der Bürger ein.
Sie haben zudem häufig eine pluralistische Gesellschaftsauffassung.
Normative Theorien hingegen proklamieren einen anspruchsvollen, starken Demokratiebegriff und greifen eher auf Formen starker, direkter Bürgerbeteiligung zurück. Gesellschaft wird zumindest in einigen dieser Theorien als „identitär“ im Sinne des Kommunitarismus, als demokratische Wertegemeinschaft aufgefasst.
Diese Trennung gilt keineswegs absolut, normative Theorien entstehen selbstverständlich aus tatsächlicher Erfahrung und enthalten empirische „Stützpfeiler“, empirische Theorien enthalten trotz meist entgegengesetzter Rhetorik normative Grundannahmen. Zu analytischen Zwecken ist die Unterscheidung aber dennoch sinnvoll.
Quelle: Wikipedia

Aus den Erfahrungen der letzten Jahre, Stichwort: EUROKRISE, ergibt sich eine – wie ich finde – Sinnkrise. Eine Sinnkrise, die ich offensichtlich mit vielen Mitbürgern Europas teile.
Als Bürger, der fest in der ureigenen Idee eines Europas der Völker verwurzelt ist, diese Idee gelebt hat und weiterhin als Ideal verinnerlicht, sehe ich es als meine Pflicht an die derzeitige politische und gesellschaftliche Entwicklung in Europa zu hinterfragen. Diese Auseinandersetzung führte mich zwangsläufig zu einer Analyse der politischen Entscheidungen in der Geschichte der Europäischen Union und primär der Entscheidungen im Rahmen der Einführung und „Pflege” unserer gemeinsamen Währung, des EURO.

Dazu folgender Denkansatz:

„Der Kommunitarismus diagnostiziert im Sinne der Postmoderne eine Krise moderner Gesellschaften (Entsolidarisierung; Werteverfall; Legitimitäts-, Identitäts- und Sinnkrise), als deren Ursache er einen radikalen, von der Ideologie des Neoliberlismus geförderten Individualismus ausmacht, um im Gegenzug die notwendige Rückbesinnung auf Bedeutung und Wert von Gemeinschaft (community) zu fordern.“
Der Kommunitarismus begreift den Menschen als soziales Wesen, das notwendig von Kultur und Tradition seines Gemeinwesens geprägt ist.
Der Liberalismus gilt unter den Kommunitaristen als selbstzerstörerisch. Die ökonomische Nutzenmaximierung, die Selbstverwirklichung und eine Überbetonung des Individuellen, welches auf Kosten des Gemeinwohls geht, sind kennzeichnend für den Liberalismus. Dem Liberalismus wird deshalb vorgeworfen, dass er dadurch die gemeinschaftlichen Grundlagen seiner eigenen Kultur untergrabe. Diese haben wiederum aber erst Demokratie und Freiheit ermöglicht.
Die Kommunitaristen sehen im Liberalismus und der damit verbundenen „atomisierten Gesellschaft“ die Gefahr, dass der Markt die Macht übernimmt und regiert.
Demgegenüber verfolgen die Kommunitaristen eine gemeinwohlorientierte Politik. Hierfür fordern sie mehr bürgerliches Engagement, die Stärkung der Zivilgesellschaft und die Rückbesinnung auf Bürgertugenden des Republikanismus. Als Mittel zum Erreichen dieser Ziele sehen sie hierbei zum Beispiel die Dezentralisierung staatlicher Aufgaben an. Dies soll lokale Gemeinschaften, die direkte Demokratie und eine stärkere politische Bildung fördern.Quelle: Wikipedia

In diesem Kontext werde ich mich der Publikation von Informationen, Zusammenhängen, Dokumenten, Dokumentationen und dieses Demokratieverständnis unterstützender Events verpflichten.

Ich hoffe auf zahlreiche und inspirierende Kommentare und Diskussionsbeiträge Ihrereseits.

Folgen Sie dem Enforcer und laden Sie ihre Freunde und Bekannten ein, sich Hier unserer Auseinandersetzung mit der politischen Realität anzuschließen.

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3 Kommentare zu “Demokratieverständnis?

  1. Ja. Es ist Zeit, dass wir die Verantwortung übernehmen. Jeder einzelne von uns. Lasst uns die Fernseher ausschalten, die Comics niederlegen, das Kaugummi ausspucken und die Zigarette ausdrücken. Lasst uns miteinander reden und unsere Werte vertreten. Das ist das Beste und Spannenste, was wir tun können. Unser Selbst verwirklichen. Wir werden unsere „höchsten Diener“, unsere Bürgermeister, Minister, Kanzler und Presidenten daran erinnern, dass sie in erster Linie als unsere ‚Diener‘ von uns eingesetzt wurden.

  2. die Sinnkrise ist meiner Meinung nach eine konzipiert erschaffene (basierend u.A. auf das Asch Experiment), was sich z. B. durch die Konzentration der Demokratie auf den Wahlsonntag abzeichnet… an dem jeder Bürger eines demokratischen Staates – nicht seine Stimme – sondern seine „Verantwortung“ abgibt. Eine Initiative die dem heutigen Sinn einen Wandel geben kann, muss vom Chaos beherrscht sein… frei von Dogmen, damit sich auch ein Bewusstein über die Verantwortung – die jeder in sich trägt – entwickeln kann. Aktivismus kann ohne Reaktionismus nicht wachsen, sondern stagniert in politischen Formen wie der Liberalismus, Kapitalismus, Kommunismus, Sozialismus, etc. Was zu tun ist? Mensch sein! Dann erst versteht sich eine Gesellschaft – egal welcher Form auch immer – von selbst… weit über europäische Grenzen hinaus.

    • Ihrer Meinung stimme ich im Ansatz zu. Leider scheint die derzeitige politische Situation weltweit, doch in Europa im Besonderen, einen Wandel im demokratischen und sozialen, hier menschlichen, Grundverständnis nicht zu zulassen. Ganz offensichtlich haben, genau so wie gewünscht, die Märkte die Macht übernommen. Der Neoliberalismus verteidigt seine nun gewonnene Macht mit rücksichtsloser Härte und seine politischen Erfüllungsgehilfen in jeder europäischen Regierung sowie den EU Gremien wissen diesem Prozess, selbst wenn der Wille bei Einigen vorhanden ist, nichts entgegen zu setzen. Jahrzehnte lang hat man seine politische Teilhabe an der Macht mit Arbeitsplatzschaffung um jeden Preis durchsetzen können, Ängste bei dem Wähler geschürt wo Dies nicht auszureichen schien, und hat sich den offenen und versteckten Drohungen der Lobbys – u.a. mit Verlust von Arbeitsplätzen – ergeben. Derweil sah man zu, begrüßte es sogar, als sich Lobbyverbände zu DER beratenden Instanz etablierten. Man übersah, zuerst, die Warnungen von Ministeriumseigenen Expertengruppen sowie Ökonomen die dem Neoliberalismus skeptisch gegenüber standen. Nun ist man, um sofortigen und völligen Kontrollverlust auszuschließen, zu Diffamierung von Kritikern und Medienkampagnen gestützter Propaganda übergegangen. Die Hilflosigkeit der politischen Entscheidungsträger zeigt sich überdeutlich in der Kommunikation. Eine sinnentleerte Argumentation, z.B. Alternativlos, gepaart mit dem Schüren existenzieller Ängste beim Souverän und abgewickelt durch eine Manipulation des Parlaments y.B. durch das aushändigen von 800 Seiten starken, hoch komplexen, Vertragsentwürfen, ESM, 48 Stunden VOR terminierten Votum sprechen eine interpretationsfreie Sprache. Ein Umdenken zugunsten einer Regulierung der Finanzwirtschaft und weiterer machtvoller Lobbys findet bis dato nicht statt. Dies würde ja auch eine Reflektion der eigenen Versäumnisse und deren öffentlicher Wahrnehmung bedeuten. Und Hier bestünde erneut die Gefahr des Kontroll und Machtverlustes. Ich sehe also für den Bürger keinen Freiraum in seiner Entfaltung, menschlich und politisch, um dieser Entwicklung entgegen zu wirken. Das wäre ja von den Mächtigen auch nicht gewollt. Ihr Dogma ist die Individuallisierung der Gesellschaft und die Abkehr von sozialen Standards. Soziale Standards übrigens, für die Generationen von Bürgern gekämpft haben und Die eine gesunde wirtschaftliche Entwicklung in Europa, inkl. die europaweit längste Friedenszeit erst ermöglicht haben. Ich stimme Ihnen also dergestalt zu, das eine Rückbesinnung auf unsere demokratischen und gesellschaftlichen Grundwerte unausweichlich die Grundlage für eine Rückgewinnung unserer Souveränität, unserer Macht als Bürger und Wiederbelebung der demokratischen Würde darstellt. Solange unsere politischen Verwalter noch den eigenen , nahezu irrelevanten, Machterhalt vor die Rettung unserer Solidargemeinschaft und die Rückgewinnung von demokratisch legitimierter Entscheidungsfindung stellen, obliegt es Menschen wie Ihnen und mir ein Umdenken zu initiieren. Dies gegen manigfaltige Wiederstände und die anerzogene Ignoranz eines Großteils unserer Mitbürger. Ein Leben in Angst, zur reinen Profitoptimierung z.B. in Zeitverträge gepresst und Übervorteilung durch Banken, Versicherungen und Energielieferanten ausgeliefert entspricht nicht meinem Verständnis von einem selbstbestimmten Leben. Gibt man den Bürgern Europas die Gelegenheit sich umfassend und seriös, dennoch verständlich, zu informieren, bin ich davon überzeugt, das sich ein Umdenken in ganz Europa generieren läßt. Ans Werk, für ein Europa der Völker, nicht der Entitäten!!

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